„Ein abstinentes Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“
Mit dieser Einstellung habe ich am 26. April 2026 in Hamburg den Haspa Marathon erfolgreich abgeschlossen. Die 42,195 km legte er in 3:59:01 zurück.

Wenn ich ein paar Jahre zurückdenke, erscheint mir die Idee, ein abstinentes Leben zu führen, genauso unwahrscheinlich wie die Idee, einen Marathon zu laufen. Bin ich dazu überhaupt in der Lage? Warum sollte ich das machen? Was habe ich davon?
Die Tatsache, dass ich es geschafft habe, die letzten drei Jahre abstinent zu leben, hat nach und nach das Selbstvertrauen in mir wachsen lassen, um Projekte anzugehen, die mir jetzt im Moment noch als unrealistisch erscheinen. Daraus ist entstanden, dass ich mich vor ein paar Monaten für den Marathon angemeldet habe.

Ich war mir bewusst, dass ich, wenn ich bereit bin, die dafür notwendigen Wochen an Trainingszeiten zu investieren, es auch schaffen werde. Die Erfahrung, dass eine Idee durch Selbstwirksamkeit umsetzbar ist, öffnet einem
viele weitere Türen im Leben, die für mich im Konsum unvorstellbar gewesen wären. Ich bin richtig dankbar, diese Erfahrung gemacht zu haben, und bin gespannt, wo die Reise noch hingeht.
Johannes Krause
Suchthilfelotse in Berlin